Energie für den Tag
Lass uns über Energie sprechen!
Wenn ich den ganzen Tag und manchmal bis spät in den Abend mit meiner Stimme arbeite – zum Beispiel fünf Stunden lang etwa 100 Seiten eines Hörbuchs aufnehme und danach noch synchronisiere oder eine Dokumentation spreche – brauche ich über viele Stunden einen wachen Körper und entspannte Stimmbänder.
Es geht also darum, fit für körperliche und stimmliche Höchstleistungen zu sein, im Grunde rund um die Uhr, Tag für Tag.
Wenn ich in den Urlaub fahre, setze ich mein Training meist in kleinen Dosen fort. Dieses Training beinhaltet normalerweise eine ausgewogene Atem- und Körperarbeit. Besonders wenn ich Zeit für meinen Körper und meine Stimme finde, was nicht unbedingt täglich der Fall ist:
Ich beginne gerne mit etwas Dehnen und Beklopfen des gesamten Körpers und des Kopfes. Danach trainiere ich meine Beckenbodenmuskulatur, damit die Stimme gut geerdet ist und einen festen Sitz im Körper hat.
Ich gehe zu Summübungen für die Resonanz über, mache Tai Chi oder meine Atemübungen. Wenn mein Körper wach ist, folgen Übungen für die Zungenbeweglichkeit und die Phonation (Stimmgebung).
Der berühmte Korken – oder besser gesagt der Zeigefingerknochen – im Mund erledigt den Rest für bestimmte Konsonanten auf dem Weg zu einem beweglichen Sprechapparat.
Ich kann den Unterkiefer lockern mit einem speziellen Handgriff, bei dem während des Ein- wie Ausatmens der Kiefer entspannt und die Stimme gekräftigt wird.
Das Einzige, was noch bleibt, ist, beim Sprechen entspannt zu bleiben und die optimale Stimmfitness nicht zu verlieren. Dazu ist es immer hilfreich, dem persönlichen inneren Kritiker, der gerne auf der Schulter sitzt und bissige Bemerkungen macht, klar die Tür zu weisen. Anstatt zu fluchen, ist es auch besser, in der Rollenansprache zu bleiben oder einfach aus der Arbeitssituation herauszutreten, ein paar Mal tief durchzuatmen und tief zu entspannen.
Ich habe meine eigenen Techniken, und die sind hilfreicher als jeder Espresso oder jede Zuckerzufuhr.
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